Unsere allererste emotionale Erfahrung von „Gesehen werden“ geschieht, wenn unsere Mutter, unsere Eltern, entdecken, dass sie schwanger sind. Die Entdeckung der Schwangerschaft ist hoffentlich ein Ereignis von grosser Freude, aber vielleicht ist sie eher ein Schock oder eine Bestätigung einer angstvollen Vermutung.
Klinische Untersuchungen haben gezeigt, dass das kleine Herz des Embryo’s der Ort ist, wo die mütterlichen Emotionen über die Entdeckung aufgenommen werden.
Das zweite einschneidende Erlebnis von „Gesehen werden“ passiert, wenn wir uns bei der Geburt aus der Gebärmutter rausbewegen und erste Eindrücke der Welt bekommen. Wie werden wir begrüsst und empfangen? Die ungefähr 37 Grad warme, flüssige Umgebung im Mutterbauch wird getauscht in eine luftige Umgebung von ca. 20 Grad. Wir bewegen uns von Dunkelheit zu Licht, was oft als blendend empfunden wird. Von gedämpften Geräuschen im Bauch geraten wir ins klirrende Klappern einer Entbindungsstation.
Ob wir mit Mitgefühl empfangen werden oder aber Invasion und Trennung erfahren, ob die Atmosphäre ruhig ist oder aufgeladen mit Panik, – all das installiert eine psychische Struktur in uns, wie wir die Welt von nun an erleben. Sie informieren quasi unbewusst unseren Selbstwert. Unsere ersten Eindrücke dieser Welt bleiben uns ein Leben lang!
Nachdem wir für neun Monate vor allen äusseren Blicken im Mutterbauch geschützt waren, wird vielleicht zum ersten Mal unser Geschlecht sichtbar. Das können erste Erfahrungen sein von Scham und Schuld.
Wirklich gesehen zu werden ist wahrscheinlich unsere allergrösste Sehnsucht im Leben. Gesehen und gefühlsmässig wahrgenommen zu werden. Dabei geht es nicht um unsere Lebensleistung, unsere Karriere oder unser Aussehen. Es geht darum, als Wesen und Geschöpf emotional wahrgenommen zu werden, so wie wir sind, in unserer innersten Natur und Einzigartigkeit.
Die Traumatherapeutin Verena König schreibt in ihrem Buch „Trauma und Beziehungen“: „Es gibt kaum etwas Heilsameres als das Gefühl, verstanden und gesehen zu werden. Wenn wir uns gesehen fühlen, fühlen wir uns sicher.“
Wurden wir in unserer Kindheit nicht auf diese Weise wahrgenommen und fühlten wir uns nicht gesehen in unserer Präsenz, führte das dazu, unser Innerstes zu verschliessen. Es fühlte sich nicht sicher genug an, unsere Zartheit, unsere Verletzlichkeit, unser Wesen nach aussen hin zu zeigen.
Viele unter uns Erwachsenen schämen sich, sich so zu zeigen, wie sie sind. Einerseits besteht der Wunsch und die Hoffnung, endlich ganz authentisch zu sein und die eigene innerste Wahrheit auszusprechen. Andererseits gibt es da eine tiefe Scham-Angst, eine Furcht vor negativer Bewertung, vor Kritik oder Ablehnung.
Diese Scham-Angst erleben wir meist in der Beziehung mit anderen Menschen. Es können uns dabei Gefühle von Minderwertigkeit, von Schuld, Schüchternheit, von Hemmung und Peinlichkeit regelrecht überschwemmen. Hinter dieser Scham-Angst verbirgt sich der Wunsch, ja nie vor anderen Menschen und besonders vor sich selbst an Wert zu verlieren.
Als Erwachsene können wir Scham-Angst «ver-lernen» und transformieren. Als Erwachsene können wir lernen, entspannt und authentisch zu bleiben, auch unter Druck und in Stresssitationen.
In meinem ganz neuen und einzigartigen Intensiv-Kompakt-Workshop erforschen wir gemeinsam, wie es geht, eigene innere Begrenzungen und Glaubenssätze zu weiten und zu überschreiten. Du erlebst – ganz körperlich – neue Möglichkeiten für dein ganzes System und bekommst eine Ahnung davon, wie sich wirklich gesehen und unterstützt im Körper anfühlt.